Werkverzeichnis Gert Zech: über 1.300 Ölbilder, erstmals erfasst

Sammlung Gert Zech · Werkverzeichnis

Im Frühjahr 2024 bekamen wir einen Hinweis auf einen Maler im Raum Stuttgart, von dem wir noch nie gehört hatten. Zwei Wochen später standen wir in Ebersbach an der Fils in seinen Räumen. Was dort lagerte, hatte niemand je gezählt.

1.300+Gemälde
300+Zeichnungen
1.000+Skizzen
1Werkverzeichnis

Über 1.300 Gemälde, mehrere Hundert Zeichnungen, Plastiken, Gedichte, Tausende von Skizzen. Ein Werk, das über Jahrzehnte entstanden ist, ohne Galerie, ohne Ausstellung, ohne einen einzigen Katalog. Jetzt liegt das Werkverzeichnis der Sammlung Gert Zech vor — die erste vollständige Dokumentation dieses Œuvres.

Was wir vorgefunden haben

Konvolute dieser Größe sind selten, und noch seltener sind sie unbearbeitet. In der Regel hat sich irgendwann jemand darum gekümmert: ein Galerist, ein Verein, ein Erbe mit Listen. Hier gab es nichts dergleichen. Keine Inventarnummern, keine Verkaufsakten, keine Ausstellungsgeschichte. Nur das Werk selbst — und ein Künstler, der jahrzehntelang gemalt hat, weil er malen wollte.

Kopf in dick aufgetragener schwarzer Ölmasse vor blaugrauem Grund
GZ 79/053Öl, [Träger], [H × B] cm, 1979. Die Farbe steht so hoch auf dem Grund, dass die Bilder eher modelliert als gemalt wirken.

Zech ist ein zurückhaltender, außerordentlich belesener Mann. Seine Bilder sind das Gegenteil davon: kompromisslos in Farbe und Form, ohne Rücksicht auf Konventionen des Kunstbetriebs, dem er nie angehört hat. Formal steht vieles davon im Umfeld der Art brut, ohne dass die Zuschreibung das Werk erschöpft.

Vier Jahrzehnte, drei Handschriften

Wer den Bestand chronologisch durchgeht, sieht keinen geraden Weg, sondern Register, zwischen denen Zech wechselt: die Radierungen mit ihrem dichten Liniengespinst, die lasierenden Tuschblätter, und die dick aufgetragenen Ölbilder, deren Formen sich bis zur reinen Silhouette klären.

Radierung: ein Kopf im Profil, aufgelöst in dichte, kreuzende Linien
GZ 73/032Radierung, [Maße] cm, 1973
Kopf in schwarzer Tusche, weich auslaufend, vor rot laviertem Grund
GZ XX/230Tusche und Aquarell, [Maße] cm, undatiert
Orange Vogelformen auf schwarzem Grund, flächig und ohne Binnenzeichnung
GZ 81/028Öl, [Träger], [Maße] cm, 1981

Dieselbe Formensprache trägt auch ins Dreidimensionale. Die Plastiken sind aus derselben schwarzen Masse gebaut wie die Köpfe auf den Tafeln.

Stehende Figur aus schwarzer, grob modellierter Masse auf schwarzem Sockel
Plastik[Titel], [Material], [Höhe] cm, [Jahr]
Gert Zech an seinem Arbeitstisch, vor sich Flaschen und Farbnäpfe
PorträtGert Zech im Atelier, [Ort], [Jahr]. Foto: [Fotograf]

Ein Jahr Arbeit am Bestand

Die Bergung und Bearbeitung des Vorlasses hat gut ein Jahr gedauert. Jedes Werk wurde einzeln erfasst, vermessen, auf Zustand geprüft und professionell fotografiert. Aus den Aufnahmen, den Datierungen und den erhaltenen Skizzenbüchern haben wir Werkgruppen und Schaffensphasen rekonstruiert und kunsthistorisch einordnen lassen.

Das Ergebnis ist kein Bildband. Es ist ein Arbeitsinstrument: nummeriert, mit Maßen, Technik, Datierung und Zustandsangaben zu jedem Werk. Die Nummer, die jedes Bild jetzt trägt — Jahr und laufende Zahl — ist die Grundlage für alles, was folgen kann.

Ein unerschlossenes Werk ist praktisch nicht handelbar. Das Werkverzeichnis ist der Punkt, an dem aus einem Konvolut ein Œuvre wird.

Ohne belastbare Erfassung lässt sich weder Zuschreibung noch Umfang noch Zustand nachweisen, und ohne diese Nachweise findet ein Werk keinen Weg in Museen, Sammlungen oder den Markt.

Wie es weitergeht

Eine Ausstellung ist in Vorbereitung; Ort und Termin geben wir in Kürze bekannt. Das Werkverzeichnis ist ab sofort erhältlich, als limitierte signierte und als Standardausgabe.

Wer Gert Zech kennenlernen möchte, hat jetzt zum ersten Mal die Gelegenheit dazu.

Werkverzeichnis bestellen

Sammlung Gert Zech · Erschließung und Betreuung: ARTTRD · Anfragen zu Ausleihen, Ausstellungen und Erwerb: [E-Mail]