Sammlung Gert Zech · Werkverzeichnis
Im Frühjahr 2024 bekamen wir einen Hinweis auf einen Maler im Raum Stuttgart, von dem wir noch nie gehört hatten. Zwei Wochen später standen wir in Ebersbach an der Fils in seinen Räumen. Was dort lagerte, hatte niemand je gezählt.
Über 1.300 Gemälde, mehrere Hundert Zeichnungen, Plastiken, Gedichte, Tausende von Skizzen. Ein Werk, das über Jahrzehnte entstanden ist, ohne Galerie, ohne Ausstellung, ohne einen einzigen Katalog. Jetzt liegt das Werkverzeichnis der Sammlung Gert Zech vor — die erste vollständige Dokumentation dieses Œuvres.
Was wir vorgefunden haben
Konvolute dieser Größe sind selten, und noch seltener sind sie unbearbeitet. In der Regel hat sich irgendwann jemand darum gekümmert: ein Galerist, ein Verein, ein Erbe mit Listen. Hier gab es nichts dergleichen. Keine Inventarnummern, keine Verkaufsakten, keine Ausstellungsgeschichte. Nur das Werk selbst — und ein Künstler, der jahrzehntelang gemalt hat, weil er malen wollte.
Zech ist ein zurückhaltender, außerordentlich belesener Mann. Seine Bilder sind das Gegenteil davon: kompromisslos in Farbe und Form, ohne Rücksicht auf Konventionen des Kunstbetriebs, dem er nie angehört hat. Formal steht vieles davon im Umfeld der Art brut, ohne dass die Zuschreibung das Werk erschöpft.
Vier Jahrzehnte, drei Handschriften
Wer den Bestand chronologisch durchgeht, sieht keinen geraden Weg, sondern Register, zwischen denen Zech wechselt: die Radierungen mit ihrem dichten Liniengespinst, die lasierenden Tuschblätter, und die dick aufgetragenen Ölbilder, deren Formen sich bis zur reinen Silhouette klären.
Dieselbe Formensprache trägt auch ins Dreidimensionale. Die Plastiken sind aus derselben schwarzen Masse gebaut wie die Köpfe auf den Tafeln.
Ein Jahr Arbeit am Bestand
Die Bergung und Bearbeitung des Vorlasses hat gut ein Jahr gedauert. Jedes Werk wurde einzeln erfasst, vermessen, auf Zustand geprüft und professionell fotografiert. Aus den Aufnahmen, den Datierungen und den erhaltenen Skizzenbüchern haben wir Werkgruppen und Schaffensphasen rekonstruiert und kunsthistorisch einordnen lassen.
Das Ergebnis ist kein Bildband. Es ist ein Arbeitsinstrument: nummeriert, mit Maßen, Technik, Datierung und Zustandsangaben zu jedem Werk. Die Nummer, die jedes Bild jetzt trägt — Jahr und laufende Zahl — ist die Grundlage für alles, was folgen kann.
Ein unerschlossenes Werk ist praktisch nicht handelbar. Das Werkverzeichnis ist der Punkt, an dem aus einem Konvolut ein Œuvre wird.
Ohne belastbare Erfassung lässt sich weder Zuschreibung noch Umfang noch Zustand nachweisen, und ohne diese Nachweise findet ein Werk keinen Weg in Museen, Sammlungen oder den Markt.
Wie es weitergeht
Eine Ausstellung ist in Vorbereitung; Ort und Termin geben wir in Kürze bekannt. Das Werkverzeichnis ist ab sofort erhältlich, als limitierte signierte und als Standardausgabe.
Wer Gert Zech kennenlernen möchte, hat jetzt zum ersten Mal die Gelegenheit dazu.
Werkverzeichnis bestellenSammlung Gert Zech · Erschließung und Betreuung: ARTTRD · Anfragen zu Ausleihen, Ausstellungen und Erwerb: [E-Mail]


